Verlag Henselowsky Boschmann • Interview mit Hanjo Schumacher

Hanjo Schumacher
Co-Autor des Buches Im Schatten des Monte Schlacko
Wann wurdest du geboren? Am 2. August eines echten Flowerpower-Jahrgangs Anfang der 70-er.
Und wo? Oberhausen
Wo arbeitest du und was tust du? Ich bin freiberuflicher Fotograf und u.a. tätig für die großen Tageszeitungen des Ruhrgebietes. Mein Tätigkeit als Reporter führt mich durch das gesamte Ruhrgebiet von Duisburg bis Dortmund und von Haltern bis Ennepetal.
Woher kennst du deinen Co-Autoren Harald Wilde?

Harald kenne ich über eine kleine Ruhrgebietsbuchhandlung in Wattenscheid, für die ich bei unzähligen Veranstaltungen tätig gewesen bin. Harald hat diese Veranstaltungen musikalisch begleitet. Hier habe ich also den Musiker und späteren Layouter eines extra für Wattenscheid geschaffenen Kalenderprojektes, das ich fotografisch maßgeblich betreut habe, kennen gelernt. Lange Gespräche und witzige Abende bei gut durchlüftetem Essen haben die Idee zu einem gemeinsamen Buch reifen lassen.

Was beabsichtigt Ihr mit eurem Buch?

Bei meinen vielen Streifzügen durch das Revier habe ich unzählige Gelegenheiten, die Menschen so abzulichten, wie sie wirklich sind. Schnörkellos, gerade heraus und oft erfolgreich dem Versuch trotzend, den bessere-Welt-Artikeln großstädtischer PR-Agenturen zu entsprechen. Wir wollten zeigen, dass die Menschen des Ruhrgebietes sehrwohl den bestehenden Klischees entsprechen. Menschen anne Bude zwischen Pommes und Döner - multikulturell eingestellt, der „Melting-Pott“  für die Nachfahren von Tegtmeier und Tana Schanzara vor mittlerweile grüner Kulisse mit blauem Himmel. Der „Ruhri“ hat den Kohlenstaub der vergangenen Jahrzehnte zwar noch lange nicht abgeschüttelt. Und vielleicht ist er deshalb immer noch, wie er ist: aufgeschlossen, ehrlich und direkt. Darauf dürfen wir stolz sein!

Was ist das besondere an eurem Bildband?

Die Verbindung zwischen Fotos und den ausgesuchten Zitaten. Zudem ist das Format für einen Bildband sehr untypisch. Die Kombination aus diesen Komponenten lässt ein Kleinod für Ruhrgebietsfreunde daraus werden.

Woran erkennt man einen typischen Ruhrgebietler?

Er trägt sein Herz auf der Zunge - und manchmal Ballonseide als Beinkleid

Welche Eigenschaften schätzt Du an ihm besonders?

Seine Ehrlichkeit.

Was liest Du gerne an Ruhrgebietsliteratur?

Ehrlich gesagt habe ich relativ wenig Zeit zu lesen. Mein Interesse wurde jedoch geweckt durch die Zusammenarbeit mit der kleinen Buchhandlung in Wattenscheid, die einen engen Kontakt zum Henselowsky Boschmann Verlag nach Bottrop pflegt und sehr häufig Lesungen mit Autoren dieses Verlages veranstaltet. Diese Veranstaltungen sind absolut gut besucht, jede hat ein kleines Highlight und nicht nur die Zuschauer, auch die Akteure, inkl. meiner Person, haben sehr viel Spaß. Insbesondere die Veranstaltung zum 1200-jährigen Bestehen der Gemeinde Ruhrhausen und Vorstellung des Prachtbandes der Gemeinde ist allen spätestens nach Verteilung der Zipfelmützen und gemeinsamen Singens der A 42 Hymne im Gedächtnis geblieben.

Welche Stadt im Ruhrgebiet ist für dich die Schönste?

Die Gemeinde Ruhrhausen.

Warum?

Die Gegend zwischen Haudropp und Knastropp und der Brücke zum Ruhrübergang ist der schönste Flecken der Welt.

Wohin sollten Touristen gehen, wenn sie mal echt Ruhrgebiet erleben wollen?

Nach Wattenscheid und zur Krönung eine Lesung der Buchhandlung Lohn mit den Autoren des Henselowsky Boschmann Verlages mitmachen.

Wo möchtest Du gerne leben, wenn nicht im schönen Ruhrgebiet?

Weder afrikanische Savanne, noch buddhistische Tempeltouren oder französische Straßensänger – nichts kann mich mehr reizen als die Ruhrstadt.