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Dr. Joachim Wittkowski
ist Herausgeber des Buches Hic, haec, hoc. Der Lehrer hat ’nen Stock - Schulgeschichten aus dem Ruhrgebiet
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| Wann und wo wurden Sie geboren? |
1959 im Herzen des Ruhrgebiets. |
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Wo wohnen Sie heute?
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Noch immer mitten im Ruhrgebiet.
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Nennen Sie drei Gründe, warum man Ihr Buch lesen sollte!
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In diesem Buch stehen Geschichten, die den Leser packen.
Zudem zeigt das Buch die Schule ganz anders als die PISA-Studie und Parteiprogramme.
Und vor allem gibt es kein anderes Buch, an dem so viele Menschen aus so vielen Generationen zusammen geschrieben haben.
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| Warum titelt Ihr Buch: Hic, haec, hoc. Der Lehrer hat ´nen Stock? |
Das ist ein schöner, zudem auch noch zweisprachiger Reim. Wer will, kann weiterreimen: Gertrudis trägt `nen grünen Rock, und Bambus kocht im Wok usw. |
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Wie haben Sie es geschafft, so viele Autorinnen und Autoren für das Thema Schule zu interessieren?
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Ich musste kaum Überzeugungsarbeit leisten: Die meisten waren spontan interessiert, bei anderen entstand das Interesse schon nach kurzen Gesprächen oder einem einfachen Anschreiben. Das ist vielleicht nicht einmal verwunderlich: Die Schulzeit ist für die Biographie recht wichtig und wirkt oft lange Jahre nach.
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Sie schreiben in Ihrem Nachwort: „[In den Schulgeschichten] werden die Einflüsse der anhaltenden wirtschaftlichen wie sozialen Wandlungsprozesse auf die Schule biographisch sichtbar. Manches davon ist spezifisch für das Ruhrgebiet“ was ist besonders Ruhrgebiet?
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Der permanente Strukturwandel im Ruhrgebiet hat schon immer soziale Folgen gehabt und auch eine gewisse soziale Mobilität bedingt. Soziale Schranken und der Umgang mit ihnen, ihre Überwindung oder zumindest Kompensation, das alles lässt sich hier ganz gut beobachten. |
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Welche Grunderfahrungen mit Schule werden in den Geschichten besonders deutlich?
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Lehrer können Lebenswege nachhaltig positiv wie negativ beeinflussen. Menschen machen eine gute Schule aus, nicht Systeme, Theorien und Statistiken.
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| Das Buch versammelt Geschichten aus mehr als hundert Jahren Schule. Welche der Geschichten sind für Sie am meisten Ruhrgebiet? |
Die Geschichten, in denen vom Aufeinandertreffen von Stadt und Land, Einheimischen und Zuwanderern, Etablierten und Außenseitern erzählt und in denen jenseits der Grenzen sozialer Schichten Menschlichkeit gezeigt wird, scheinen mir besonders typisch für das Ruhrgebiet zu sein (was nicht heißt, dass es all das anderenorts nicht auch gibt). |
| Was macht für Sie einen typischen Ruhrgebietler aus? |
Der echte Ruhrgebietler hat einen ganz großen Wunsch: Er will ganz weit weg vom Ruhrgebiet wohnen, etwa in Witten, Haltern oder Waltrop. |
| Sind Sie einer? |
Insofern ich nicht so weit weg will: nein. Ansonsten ja, vor allem sprachlich. |
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Was lesen Sie gerne von der Literatur im Ruhrgebiet?
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Zum Beispiel Heinrich Kämpchen, Hartmut Kasper, „Herbert Knebel“, Conny Lens und Jürgen Lodemann. |
| Wohin sollen Touristen gehen, wenn sie mal „echt Ruhrgebiet“ erleben wollen? |
Zweimal zum Fußball (Schalke 04 oder Borussia Dortmund und Westfalia Herne oder Wattenscheid 09);
zweimal zum Spazierengehen (Essen, rund um die Villa Hügel, und Dortmund, rund um den Borsigplatz);
zweimal ins Museum (Folkwang-/Ruhrlandmuseum Essen und Heimatmuseum Wanne-Eickel);
zweimal zum Essen (Hotel Goldschmieding und Willis Nord-Grill, beides in Castrop-Rauxel).
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| Wo möchten Sie gerne leben, wenn nicht im schönen Ruhrgebiet? |
Wenn´s denn sein müsste: In Berlin. |
| Wenn Sie die Möglichkeit hätten, drei Dinge im Ruhrgebiet sofort zu verändern welche wären das? |
1. Die Nahverkehrssituation: Das Ruhrgebiet braucht ein dichtes Netz von S- und U-Bahnen mit kurzen Takten.
2. Die Presselandschaft: Eine Vier-Millionenstadt braucht mehr als eineinhalb Zeitungen.
3. Die Einkaufssituation: Die vielen Innenstädte wären vitaler, wenn es nicht so viele Einkaufszentren auf irgendwelchen „grünen Wiesen“ gäbe.
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| Welche Klischees über das Ruhrgebiet finden Sie am scheußlichsten? |
1. Im Ruhrgebiet gibt es nur Dreck und Staub.
2. Das Ruhrgebietsdeutsche ist falsches Deutsch.
3. Im Ruhrgebiet wird der Strukturwandel zu zögerlich angepackt.
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| Welche Superlative im Ruhrgebiet finden Sie besonders beeindruckend? |
1. In keiner anderen Region Deutschlands und Kontinentaleuropas gibt es so viele Theater.
2. Die Zahl der Hochschulen ist ebenso beeindruckend wie ihre Vielfalt.
3. Die Fülle an Autobahnen und ihren Kreuzen ist rekordverdächtig.
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