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Verlag Henselowsky Boschmann
Interview mit Dr. Markus Günther |
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Dr. Markus Günther
Autor des Buches Gesichter Amerikas
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| Wann und wo wurden Sie geboren? |
15. Dezember 1965 in Bottrop |
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Wo haben Sie in Ihrem Leben schon überall gewohnt?
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Bottrop, Maria-Veen (Westf.), Bonn, Lyon, Montreal, Los Angeles, Frankfurt, Brüssel
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| Wo wohnen Sie heute? |
Washington, D.C. |
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In welchem Zeitraum sind die Reportagen, die in Ihrem Buch abgedruckt sind, entstanden?
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Die Reportagen sind aus den Jahren 2000 bis 2005, politisch umfaßt das also etwa den Zeitraum vom Aufstieg bis zum Fall von George W. Bush, aber über die Politik hinaus waren das für die USA ungewöhnlich turbulente und oft dramatische Jahre, wenn man an den 11. September 2001, den Absturz der Raumfähre Columbia oder an den Untergang von New Orleans denkt.
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Warum nennen Sie Ihr Buch im Untertitel „Land der unbegrenzten Widersprüche“?
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Weil das immer wieder der Eindruck ist: Die Widersprüche in diesem Land sind so extrem, daß man es fast nicht begreifen kann.
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In einem Blog wird über das Cover Ihres Buches gesagt: While the book is supposedly about the many different faces of America, the cover only shows Americans with flags. Yeah, right, every American is either waving a flag or dressed in a flag every single day. This is just what Americans do. They can't help themselves. Patriotism is so addictive.Americans can't leave their homes and go outside without the flag. America is just like Iran, where women cover their heads outside of their homes. Hell, no Americans even sleep in the flag. All bed sheets are in red, white and blue. Was antworten Sie solchen Kritikern?
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Das ist eine Interpretation des Buch-Covers, die mich sehr überrascht hat. Da wäre ich selbst gar nicht drauf gekommen. Ich dachte eher, der Vorwurf würde lauten: Aha, fröhliche, freundliche Amerikaner auf dem Cover, aber drinnen lauter kritische Reportagen. Richtig ist, daß das Buch kein Reiseführer und kein Werbeprospekt ist, sondern Amerika durch die Augen eines Reporters zeigt, der viel in diesem Land unterwegs gewesen ist und unter Amerikanern lebt. |
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Warum mögen Sie Amerika?
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Der Faszination, die Amerika ausübt, kann sich neimand entziehen, das ist klar. So geht es ja noch den schärfsten Kritikern und den Antiamerikanern. Selbst die begeistern sich am Ende für die Musik, die Filme, die Landschaften oder die Literatur. Mir selbst geht es aber um etwas anderes: Ich möchte über Amerika schreiben, ohne mich von meinen Sympathien oder Antipathien leiten zu lassen. Inwieweit ich Amerika mag, sollte keine Rolle spielen. Denn nur dann ist man offen für alles, was man finden kann, und nur dann kann man genau und unvoreingenommen hinsehen. |
| Nennen Sie drei Gründe, warum man Ihr Buch lesen sollte! |
Es gibt viele gute Bücher über die USA, da habe ich reichlich Konkurrenz. Mein Buch bietet die Chance, einem deutschen Journalisten auf seiner Entdeckungsreise zu folgen, viele einzelne Amerikaner kennenzulernen und die USA in einem unglaublich aufregenden Zeitpunkt ihrer Geschichte zu sehen. |
| Welche Reportagen aus Ihrem Buch legen Sie Lesern besonders ans Herz? |
Ich kann nur sagen, welche mir besonders am Herzen liegen: Die Begegnung mit Gigi Nelson, einer Witwe des 11. September 2001, hat mich sehr berührt. Und die Ereignisse in New Orleans 2005 sind mir natürlich auch sehr nahe gegangen. |
| Sie sind im Ruhrgebiet geboren. Welche amerikanische Stadt oder Landschaft erinnert Sie besonders an Ihre Heimat? |
Ganz klar: Pittsburgh. |
| Was macht für Sie einen typischen Ruhrgebietler aus? |
Die reden frei von der Leber weg. |
| Was macht für Sie einen typischen Ruhrgebietler aus? |
Skatspieler, Eckkneipen-Anhänger, Taubenzüchter, Fußball-Verehrer und mehr oder weniger Anwender des Ruhrgebiets-Idioms. |
| Sind Sie einer? |
Klar! Deshalb ecke ich auch oft an. Weil ich auch immer deutlich sage, was ich denke. |
| Wenn Sie die Möglichkeit hätten, drei Dinge in den USA sofort zu verändern/verbessern welche wären das? |
Bei drei Dingen kommt man schon in die Bredouille: Was sind die Prioritäten, warum ist das eine wichtiger als etwas anderes usw.Aber die größte Herausforderung ist doch die, allen Menschen eine Krankenverischerung zu geben. Bislang sind 45 Millionen Amerikaner nicht versichetrt und schutzlos dem Risiko einer ernsten Erkrankung ausgesetzt. Das ist bedrückend. Der Politiker, der es schafft, da zu ändern, ist ein Held. |
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