Verlag Henselowsky Boschmann • Sigi Domke - Wie sieht denn die Omma aus?!
Die "Omma" ist vergriffen. Die Neuauflage erscheint im Juli 2012. Wir merken Ihre Bestellung gerne vor

Sigi Domke
Wie sieht denn die Omma aus?!
Märchen und andere Klassiker - erzählt fürs Ruhrgebiet

Illustriert von Michael Hüter
120 Seiten, gebunden,
9,90 €
ISBN 3-922750-64-8

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Sigi Domke erweist sich mit seinen Nacherzählungen einmal mehr als Meister der Komik. Märchen-Klassiker und "anderet Wertvollet" strotzen nur so vor Sprachwitz, absurden Einfälle und natürlich prallem Ruhrgebietshumor.
Sigi Domke - Wie sieht denn die Omma aus?!
Inhalt
Rotkäppchen
Der Froschkönig
Othello (frei nach Shakespeare)
Rapunzel, Die Odyssee (frei nach Homer)
Rumpelstilzchen
Die drei Wünsche (frei nach Domke)
Robin Hood, (frei nache Legende)
Hänsel und Gretel
Supermann, (frei nachem Comic)
Schneewittchen
Relativitätstheorie (frei nach Einstein)
Die Weihnachtsgeschichte (frei nache Bibel)
Sigi Domke
Sigi Domke, Autor, Regisseur, Komponist und Musiker - Langzeit-Schreiber für Herbert Knebel, Autor für Christian Stratmanns "Mondpalast" in Wanne-Eickel, Spezialist für Ruhrgebietskomödien wie "Freunde der italienischen Oper", "Ronaldo und Julia" und die "Ruhr-Revue", Autor der Buches: Herbert Knebels Affentheater, "Knapp vorbei, doch nie daneben", Zur Geschichte von die Gruppe und Die Koplecks in: Freunde der italienischen Oper
Der in einem Dorf in Hinterpommern Geborene landete nach einer kurzen Odysee in Essen, wo er denn auch schnell sesshaft wurde. Das Studium der Musik wurde abgebrochen, da sich erste Erfolge als Musiker einstellten (u. a. mit Piet Klocke und dem Kamikaze Orkester). Gründete 1988 zusammen mit Uwe Lyko Herbert Knebes Affentheater und ist seitdem zusammen mit Uwe Lyko und Martin Breuer verantwortlich für alle Bühnenprogramme, Radiobeiträge, Buch und CD-Veröffentlichungen des Affentheaters und Herbert Knebel solo. Ist seit 1993 im Leitungsteam des Theater Freudenhaus und seit 1995 hier (und anderswo) als Theaterautor und Regisseur tätig. Seit 1995 Vater einer bezaubernden Tochter.

Produktionen:
* Freunde der italienischen Oper (Text)
* Die Sphinx auf dem Dach (Text und Regie)
* Molière hat`s schwer
* Der Klomann und sein tanzender Sohn (Text und Regie)
* Sissifuß (Text und Regie)
* Die Indianer vom Revier (Text)
* Die Ruhrrevue (Text)
* Die Liebenden von Balkonien (Text und Regie)
* Einsatz für Gruga fuffzehn (Text und Regie)

Interview mit Sigi Domke
Sigi Domke

Sigi Domke
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Sigi Domke

Sigi Domke liest in derEssener Altstadt Buchhandlung

Sigi Domke

Warum die Omma?
Wat sollte wirklich jeder Einheimische hier kennen lernen? Und da fielen mir als erstet Märchen ein, weil, die gibbet gez schon sooo lange. Die ham sich gehalten, und die werden sich auch weiter halten. Und da kann man ja auch unheimlich viel draus lernen. Deshalb kommen hier ne Menge Märchen vor. Sicher, früher wurden die mündlich weitergegeben. Da brauchte man gar kein Hochdeutsch lesen können, um die zu verstehn. Aber wer erzählt heute noch Märchen? Nur die vonne Bild-Zeitung.
Ja, dann fielen mir noch so Sagen ein. Die sagen einem ja auch immer noch wat. Und dann natürlich die Bibel. Und en paar richtige Klassiker, wie Shakespeare und Supermann. Und deshalb is dat Buch gez ne Mischung geworden aus Märchen und wat anderet Wertvollet.
Ach ja, ich konnte et mir nich verkneifen, eigenmächtig son paar Dönekes dazuzuerfinden. Natürlich nur, um den Inhalt vonne Geschichte wat deutlicher zu machen. Und manche Sachen hab ich son bissken moderner gemacht, weil, so altes Zeuchs, da weiß man ja oft gar nich mehr, wat dat soll. Und manchma hab ich aber auch versucht, euch so komplizierte Sachverhalte richtig gehend zu verklickern. Da musst ich mich selbs ers schlau machen, über den Trojanischen Krieg zum Beispiel. Richtig aufwendige Reschärsche war dat! Daher auch der Preis von dem Buch.



Michael Hüter
hat die Omma illlustriert. Er lebt in Wattenscheid und arbeitet seit über 15 Jahren als Karikaturist und Illustrator für die verschiedensten Zeitschriften und Verlage.
Interview mit Michael Hüter

Der Froschkönig
Der Froschkönig (Anfang)
Ja, der Titel vonne nächsten Geschichte is ersma irreführend, weil, et geht hier nich um den König vonne Frösche, sondern um ein König, der in ein Frosch verwandelt worden war. Sowat kam damals noch ziemlich häufig vor. Wahrscheinlich, weil sonne Verwandlung total schnell passierte. Zack, mim Zauberstab draufgehalten, vielleicht noch en passenden Spruch aufgesacht, schon sah einer aus wie sonne Amphibie. Heutzutage musse en paar Stunden beim Friseur verbringen oder ellenlang an dir rumschneiden lassen von irgendnem Kurpfuscher, nur um dein Typ en bissken zu verändern. Und dann würde immer noch kein Frosch dabei rauskommen. Gez war die Froschgestalt wohl mehr als Strafe gedacht gewesen, aber wat nach ne Sitzung beim Schönheitschirurgen als Ergebnis rauskommt, is ja auch oft ne Strafe.
Jedenfalls is dat Märchen en Klassiker, und man kann auch wieder richtig wat lernen, nämlich, dat man en Versprechen, wat man einem gegeben hat, wo man dachte, der is doch sowieso zu doof, um sich da auch nur dran zu erinnern, dat man dat aber trotzdem einhalten soll. So Märchen waren eben früher wie sonne moralische Bildungsanstalt. Genau dat Gegenteil vom Fernsehen heute. Da lernt man ja, dat doof, zickig und egoistisch die optimalen Charaktereigenschaften sind. So ändern sich schon wieder die Zeiten.
Also: Et war einma en König, der hatte Töchter, die alle rattenscharf aussahen. Die jüngste Tochter sah aber am rattenschärfsten aus. Jedem Männchen, egal ob Mensch oder Tier, blieb bei der ihren Anblick der Mund offenstehen, und et fing an zu seibern ...