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Helmut Spiegel
Auf alle meine Pötte setzt Ursula den Deckel
Wie im Ruhrgebiet das mit der Ehe funktioniert
Mit Illustrationen von Michael Hüter
64 Seiten, gebunden, vierfarbig
9,90 €
ISBN 3-922750-67-2
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Der Mann ist klug. Die Frau ist reizend. - Ein schönes Klischee. In diesem Buch wird es auf den Müllhaufen der Vorurteile geworfen. Mit leichter Hand. Mit der leichten Hand der Frau. Der Mann argumentiert sachlich und sachkundig, nicht ohne die eine oder andere pädagogisch wertvolle Erläuterung einzustreuen. Dann steht er da: stolz mit seinem Topf im Ruhrgebiet sagt man Pott voller lichtvoller Ausführungen. Und dann setzt seine Frau - zack! - den Deckel auf seinen Pott. Es hat aber nicht gekracht, nur geknistert. Er ist sprachlos, aber nicht verletzt. Denn er hat das liebevolle Augenzwinkern seiner Liebsten bemerkt. Den Männern ist also zu raten: Überseht nie dieses Augenzwinkern! Dann funktioniert das auch mit der Ehe im Ruhrgebiet.
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Helmut Spiegel, geboren 1932 in Essen, wuchs in einer Arbeitersiedlung im Norden der Stadt auf. Sein Vater, ein Kruppscher Automobil- und Lokomotivschlosser, hätte es gerne gesehen, wenn der Sohn Ingenieur geworden wäre. Doch dieser stellte bald fest, dass er Technik besser beschreiben als betreiben konnte, und wurde Redakteur. Er arbeitete zunächst bei der NRZ in Essen, ab 1961 dann bei der WAZ in Witten, wo er bis heute mit seiner Familie wohnt.
Weitere Bücher von Helmut Spiegel:
Ich schäbiges Frikadellchen - Roman über die Kriegs- und Nachkriegszeit im Ruhrgebiet
Das Bollerrad muss bollern, der Knicker, der muss rollern - Verlorene Kinderspiele erzählt in Geschichten aus dem Ruhrgebiet
Unser Mutter stochte, bis die Suppe kochte - Lieder, Rezepte und Geschichten aus der alten Ruhrgebietsküche
Interview mit Helmut Spiegel |
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Zum Inhalt:
"Ja, ja, ich weiß: Du musst immer das letzte Wort haben!" Wenn ein Disput in der Ehe so endet, kracht es meistens im Gebälk. Das tut der Ehe nicht gut. Weil da Verletzungen im Spiel sind. Doch wenn jemand so das letzte Wort hat, dass es nicht kracht, sondern nur knistert, dann kann ein solches Knistern prickelnd sein. Und wer wollte behaupten, dass so ein Knistern ab und an, so ein Prickeln, die Ehe nicht spannend erhält. Besonders wenn dabei Humor und Ironie eine Rolle spielen. Die Frauen im Ruhrgebiet - man sagt, die Menschen im Ruhrgebiet seien nicht auf den Mund gefallen - sind Meisterinnen dieser Ironie. Und ihr Zaubermittel dabei heißt: Liebe.
Wie viele Nadeln hat eigentlich so ein Weihnachtsbaum? Und wie viele Sterne kann man in einer klaren Nacht am Himmel zählen? So wichtige Fragen müssen doch ausdiskutiert werden. Glaubt der kluge Mann. Wer drückt die Zahnpastatube an der richtigen Stelle? Ist diese für die Ehe so bedeutende Frage nicht eine intelligente Erörterung wert? Der Mann argumentiert sachlich und sachkundig, nicht ohne die eine oder andere pädagogisch wertvolle Erläuterung einzustreuen. Dann steht er da: stolz mit seinem Topf - im Ruhrgebiet sagt man Pott - voller lichtvoller Ausführungen. Und dann setzt seine Frau - zack! - den Deckel auf seinen Pott. Es hat nicht gekracht, nur geknistert. Er ist sprachlos, aber nicht verletzt. Denn er hat das liebevolle Augenzwinkern seiner Liebsten bemerkt.
Ich kann den Männern nur raten: Überseht nie dieses Augenzwinkern. Dann funktioniert das auch mit der Ehe im Ruhrgebiet.
Michael Hüter hat das Buch illustriert. Er lebt in Wattenscheid und arbeitet seit über 15 Jahren als Karikaturist und Illustrator für die verschiedensten Zeitschriften und Verlage
Interview mit Michael Hüter
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Ich drücke okonomisch
Sie drückt sie oben, gleich unterhalb des Verschlusses. Die Rede ist von meiner Frau, der Ursula, und der Zahnpastatube. Und da Ursula, da ich von Berufs wegen Spätaufsteher bin, stets vor mir ins Badezimmer geht, habe ich jeden Morgen auf nüchternen Magen den Ärger. Kürzlich entspann sich am Frühstückstisch dieser Dialog:
Ich: "Du drückst sie immer oben!"
Sie: "Wo drückst du sie denn?"
(Dabei weiß sie genau, wo ich sie drücke.)
Ich: "Unten natürlich."
Sie: "Wieso ist das natürlich? Die Zahnpasta kommt auch heraus, wenn ich oben drücke."
Ich: "Es ist nicht nur unnatürlich, sondern einem physikalischen Gesetz nach auch unökonomisch. Wenn du sie oben drückst, geht ein Teil des Drucks anstatt zur Tube hinaus in die Tube hinein."
Sie: "Es ist im Gegenteil sehr ökonomisch. Denn ich drücke nur so viel heraus, wie ich brauche."
Ich: "Ich auch."
Sie: "Wie viel du herausdrückst, sehe ich jeden Morgen, wenn ich das Waschbecken sauber machen muss."
Ich: "Wenn man sie unten drückt, kann man die Tube nach und nach von unter her aufrollen. Das ist sehr ökonomisch."
Gestern hat Ursula eine Zahnpastatube aus Plastik gekauft.
Ich: "Die kann man ja nicht von unten her aufrollen."
Sie: "Siehste, dann ist es ja auch egal, wo ich sie drücke!"
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