Verlag Henselowsky Boschmann
Interview mit Siegbert Meerfeld

Siegbert Meerfeld
Autor des Buches "Die Alte Hauptwache"

Wann wurden Sie geboren? Und wo?

Am 12. September 1941 in Gelsenkirchen-Rotthausen, in der Wohnung  meiner Großeltern.

Wie lange waren Sie Polizist?

Etwas über 36 Jahre. Seit 2001 lebe ich im Ruhestand.

Was machen Sie heute?

Wenn ich nicht gerade dem Fußballspiel meines Enkels Steffen beim SSV Buer zusehe, hierzu fahre ich mit meiner Frau auch zu allen Auswärtsspielen, schreibe ich an neuen Erzählungen. Als langjähriges Mitglied in der Karl-May-Gesellschaft besuche ich von Zeit zu Zeit  Karl-May-Festspiele an den verschiedenen Spielorten.

Wie lange haben Sie an Ihrem Buch "Die Alte Polizeihauptwache" gearbeitet?

Die reine Schreibarbeit betrug  etwas mehr als ein Jahr. Ich schreibe zumeist an 3- 4 Tagen in der Woche jeweils 2- 3 Stunden. Die endgültige Fertigstellung dauerte gut zwei Jahre.

Nennen Sie drei Gründe, warum man Ihr Buch lesen sollte!

Ich finde nur ein guter Grund genügt. Ich habe es ehrlich geschrieben und finde es lesenswert. 

Sie beschreiben und schreiben über die Polizeiarbeit im Ruhrgebiet in den 60er Jahren. Was ist das Auffälligste, das sich seit dieser Zeit bei der Polizei verändert hat?

Zunächst einmal gibt es heute nicht mehr die große Anzahl von Fußstreifenbeamten im Straßenbild. Außerdem ist die Polizei im hohen Maße technisiert worden. Das Zweite ist allerdings ein Gewinn für die Effizienz in der Verbrechensbekämpfung.

... und im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet hat sich unter anderem auch in soweit verändert, dass es landschaftlich schöner, kulturell bunter und aus dieser Sicht lebenswerter geworden ist.

Welche Stadt im Ruhrgebiet ist für Sie die schönste?

Subjektiv betrachtet natürlich meine Heimatstadt, auch mit all ihren Schwächen. Eigentlich finde ich aber, dass unser Ruhrgebiet als Großraum sehr schön ist.

Wohin gehen Sie an einen sonnigen Ruhrgebiets- Sommersonntag?

Dorthin wo ich den Sonnenstrahlen nicht zu sehr ausgesetzt bin, denn ist habe eine leichte Sonnenallergie. Hier bieten sich die verschiedenen Revierparks an. Am liebsten ginge ich die Emscher entlang, wenn sie noch  d i e  Emscher wäre.

Was macht einen typischen Ruhrgebieter aus?

Ich weiß gar nicht, ob es den typischen Ruhrgebietler überhaupt noch gibt. Durch die industrielle Veränderung seit nunmehr 40 Jahren, den permanenten Strukturwandel und die Zuwanderung von Mitbürgern aus Südosteuropa, hat sich im Revier ein neuer Menschentypus gebildet. Aber auch der ist weltoffen und trägt sein Herz gerne auf der Zunge.

Sind Sie einer?

Wenn ich etwas nachdenke, muss ich uneingeschränkt ja sagen, vor allem sprachlich. Hierbei ist die regionale Zugehörigkeit bei mir besonders stark ausgeprägt.

Welchen Ruhrgebietler finden Sie richtig toffte?

Ich möchte stellvertretend für eine ganze Reihe von tofften Typen nur zwei nennen. Es sind Götz Alsmann und Herbert Grönemeyer. Sie verkörpern mit ihrer Kunst sehr ehrlich, unverfälscht und überaus talentiert den Typus Ruhrgebietler.

Welche Ruhrgebietlerin?

Da fällt mir sofort die großartige Tana Schanzara ein. Sie steht mit ihrem großen Können für den fraulichen Typus der klischeehaften wie auch der intellektuellen Ruhrgebietlerin.

Was lesen Sie gerne von der Literatur im Ruhrgebiet?

Wo soll ich da anfangen? Meine Lesespanne ist sehr groß. Vielleicht die folgenden drei Autoren stellvertretend. Da wäre die aus dem Rheinland gebürtige Asta Scheib. Mit ihrem Roman "Sei froh, dass du lebst" hat sie ein anschauliches Porträt der Fünfziger Jahre des Neunzehnten Jahrhundert entworfen. Dann natürlich die beiden gebürtigen Rotthauser Manfred Hoese und Thomas Althoff. Sie haben in ihren Werken, jeder in seiner besonderen, einfühlsamen Art, die Kriegs- und Nachkriegsjahre in meinem Heimatort trefflich nachgezeichnet.

Wohin sollten Touristen gehen, wenn sie einmal „echt Ruhrgebiet“ erleben wollen?

Nicht in erster Linie zu den touristisch aufgeführten Sehenswürdigkeiten. Nein, sie sollten sich in den einzelnen Stadtbezirken der Ruhrgebietsstädte umsehen. 

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, drei Dinge im Ruhrgebiet sofort zu verändern – welche wären das?

Darüber müsste ich erst einmal länger nachdenken. Auf jeden Fall würde ich unser Ruhrrevier in seiner einmaligen Strukturierung so belassen. Veränderungen ergeben sich ohnehin immerwährend.

Wo möchten Sie gerne leben, wenn nicht im schönen Ruhrgebiet?

Ich glaube, nur im Himmel kann es noch schöner sein.

zurück zu "Die Alte Hauptwache"