Verlag Henselowsky Boschmann • Interview mit Simone Beckfeld
Simone Beckfeld
ist Autorin des Buches Schitti kämpf!
Wann und wo wurden Sie geboren? Am 16. März 1965 in Bottrop.
Wo wohnen Sie heute? Immer noch in Bottrop.
Wie lange haben Sie gebraucht, um Ihr Buch zu verfassen? Neun Monate.
Wo, wann und unter welchen Umständen habe Sie es geschrieben? Abends, wenn meine beide Töchter mich nicht mehr brauchten. Geschrieben habe ich am Computer, den ich mir mit meinem Mann teile.
Welches sind die drei für Sie wichtigsten Merkmale Ihres Buches? Offenheit, Ehrlichkeit und meine Emotionen.
Mit welchen Gefühlen sollte ein Leser/eine Leserin Ihr Buch zuklappen, nachdem er/sie es gelesen hat? Erkrankten Lesern möchte ich das Gefühl vermitteln, immer weiterzumachen. Gesunden Lesern hilft mein Buch vielleicht, besser mit kranken Mitmenschen umgehen zu können.
Sie schreiben in Ihrem Buch über eine Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist? Was sollten Frauen tun, wenn Ihnen diese Diagnose gestellt wird? Auf jeden Fall sich einen Arzt ihres Vertrauens suchen und sich selber ausgiebig über ihre Krankheit informieren, bevor sie eine Entscheidung zur Behandlung treffen.
Warum ist der Sport, bei der von Ihnen dargestellten Frau das Joggen, so wichtig für den Heilungsprozess? Weil man beim Joggen den Kopf frei bekommt, weil es - wie Untersuchungen jetzt auch belegen - es den kranken Zellen gut tut. Sowieso ist Sport die beste Therapie, finde ich.
An einer Stelle Ihres Buches beschreiben Sie einen Mann, der zu Ihrer Hauptperson nach deren Chemotherapie sagt: "... heute mit Tuch? Ist eine Glatze jetzt modern?" Warum kann die Frau ihm diesen Satz auch später nie vergeben? Weil der Satz einfach nur erbärmlich schmerzt und immer schmerzen wird. So was vergisst keine Frau in dieser Ausnahmesituation.
Am Schluss Ihres Buches kommt es zu eine Art "Rückfall" in die Krankheit. Nehmen Sie einem Leser/einer Leserin damit nicht die Hoffnung, dass Krebs physisch und psychisch geheilt werden kann? Nein, natürlich nicht, die Diagnose bleibt ja auch offen. Es soll viel mehr zeigen, dass die Angst vor einem Rückfall immer bleibt. Es nutzt nichts, mit einem Happy End die Augen vor der Realität zu verschließen.
Die von Ihnen dargestellte Frau bezeichnet sich selbst als "lebenslustige Frau aus dem schönen Ruhrpott". Welchen Eigenschaften machen diese Frau zu einem typischen Ruhrgebietsmenschen? Ihre direkte, offene, ehrliche Art, mit Ecken und Kanten, mit Launen und Gefühlsausbrüchen. So sind die Frauen im Ruhrgebiet nun mal.
Welche Stadt im Ruhrgebiet ist für Sie die schönste? Bottrop, da wo ich wohne.
Warum? Weil hier meine Familie und meine Freunde leben. Weil es mitten im Ruhrgebiet ist. Eine überraschend grüne Stadt und trotzdem zentral zu den großen Städten des Reviers wie Essen und Dortmund.
Wohin gehen/fahren Sie an einem sonnigen Ruhrgebiets-Sommertag? Ganz ehrlich: Am liebsten bleibe ich in meinem Garten. Oder fahre mit meinem Rad durch den Köllnischen Wald. Als die Kinder klein waren, haben wir oft das Stenkhoffbad in Bottrop besucht. Ein Freibad mit nostalgischem Charme, nichts Aufregendes, meine Eltern sind mit mir auch immer dort hingegangen.
Welchen Ruhrgebietler finden Sie richtig toffte? Eine Menge, der Ruhrgebietler an sich hat nämlich das Herz auf dem richtigen Fleck.
Und welche Ruhrgebietlerin? Siehe oben.
Wohin sollten Touristen gehen, wenn sie mal "echt Ruhrgebiet" erleben wollen? Samstagmorgens auf den Markt, aonntagmittags auf einem Kreisliga-Fußballplatz und zwischendurch an eine Pommesbude und in eine Kneipe an die Theke.
Wo möchten Sie gerne leben, wenn nicht im schönen Ruhrgebiet? Keine Antwort ist auch eine Antwort. Ich bleibe hier.
Wenn Sie die Möglichkeit hätten, drei Dinge im Ruhrgebiet sofort zu verändern/verbessern - welche wären das?
1. Schalke, RWE oder BVB sollten mal wieder Meister werden. 2. Meine Stadt müsste sofort ein Kino bekommen. 3. Die Bücher der Ruhrgebietsverlage müssten mehr gelesen werden - da hätte ich ja auch was von.