Verlag Henselowsky Boschmann • Interview mit Zepp Oberpichler
Voll ausgefragt Zepp Oberpichler
Co-Autor des Romans • Die Stones sind wir selber
Wann bist du geboren? 25.01.1967
Und wo? Duisburg.
Wo lebst du heute? Duisburg.
Was machst du beruflich? Selbstständig mit eigener Werbeagentur.
Und in deiner Freizeit? Gitarre spielen, Konzerte geben, Platten hören, lesen.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen, den Roman "Die Stones sind wir selber" zu schreiben? Das war so, wir wollten unbedingt ein Buch schreiben, wie wir es gerne selber lesen würden. Es sollte die Geschichte einer Band sein, oder besser: der Werdegang eines Typen, der immer mehr mit Musik zu tun bekommt, so, dass sich ein richtiger Rockroman daraus entwickelte. Außerdem sollte das ganze Ding auch noch mit "unserem" Ruhrpott zu tun haben, beziehungsweise mit unserem Bild davon.
Und wie lange habt ihr dafür gebraucht? Von 1982 bis 1984 und dann noch einmal von 2000 bis 2002
Wie habt ihr zusammengearbeitet? Wann? Wie oft? Wo? Anfang der 80er haben wir uns ein, zwei mal die Woche getroffen, haben uns ein schickes Fläschchen Pils schmecken lassen und losgelegt. Meist taten wir das im Keller bei meinen Eltern, da hatte mein Vater so einen Minipartyraum mit Pin-up Girls an den Wänden. Das war cool und wir hörten dazu selbstverständlich die beste Musik der Welt.
In der zweiten Phase in 2000 saßen wir dann in unserer Küche, tranken Tee und diskutierten über die Altersvorsorge ... wie hatten sich doch die Zeiten geändert.
Was bedeutet der Roman für dich? Der Roman ist für mich in erster Linie ein Stück meiner eigenen Jugend, obwohl es ja gar nicht um Tom und mich geht. Wir haben damit versucht unsere Begeisterung für die Musik und für schräge Vögel zu konservieren. So sehe ich das zumindest, Kollege Tonk mag da anders denken. Ich habe durch dieses Buch meine Jugend drei mal erlebt, einmal real, einmal fiktiv verklärt durch schreiben des Buches in den 80ern und einmal revisionär durch die Überarbeitung in 2000. Mehr kann ein Buch nicht leisten - Danke, Buch!
Wenn du 30 Sekunden oder sechs Sätze Zeit hättest, jemanden zu überzeugen, "Die Stones sind wir selber" zu kaufen, was würdest du ihm sagen? Die Stones sind wir selber ist ein Buch über die Stones, bei dem die Stones nur am Rande vorkommen, dadurch aber erlebbarer werden, als in vielen anderen Büchern über die Stones. Dieses Buch hat Geist, Herz, Witz und Seele, was in dieser Kombination schon eine Seltenheit darstellt. Man erfährt einiges über die Musik der 60er, ihre Wirkung und ihre Rezeption. Darüber hinaus macht es einfach Spaß das Ding zu lesen! Und jetzt kauf dir eins.
Welche Figur aus deinem Roman würdest du einem Leser besonders ans Herz legen? Frau Zothelmann? Nein, Theo natürlich.
Welches ist für dich die schönste Szene? Das ist hart! Ich mag die Gitarren-Kauf-Aktion bei dem Künstler, die "Bandgründung" in Uschis Kneipe ist auch ein Knaller, die Szene im Bus, als Theo zu Petra fährt müsste man berücksichtigen, wie so manche "Feldstudie" (will sagen Umweltbeschreibung). Ich habe keine Lieblingsszene, ich mag das Buch als Ganzes.
Hat euer Roman eine "Message", etwas, das ihr den Menschen hier im Ruhrgebiet oder denen, die uns nur vom Hörensagen kennen, mitteilen wollt? Mit Musik geht alles besser, Musik hält Herz, Hirn und Bauch zusammen. Sag mir was du hörst und ich sag dir wer du bist. Wer zwei mal mit der gleichen pennt, hat lang noch nicht die Welt verkennt und das Glück dieser Erde liegt im Sound von sechs Seiten Stahl.
Gibt es in eurem Roman autobiografische Bezüge? Habt ihr eigene Erfahrungen verarbeitet? Ja, ständig! Aber, da verraten wir jetzt noch nichts - wir arbeiten schließlich in angesehenen Stellungen.
Was macht deiner Meinung nach eine(n) echte(n) Ruhrgebietler(in) aus? Ruhrgebietler sind offen auch herzig. Sie vertragen in der Regel einen Stiefel voll und können innerhalb von Sekunden zwischen Ball flach halten und auf die Brause hauen wechseln. Man kennt sich, man kommt miteinander aus aber, man hat auch seine eigene Meinung. Ich mag das.
Und wer ist ein echter? Delle Quant noch mehr als Ralf Richter
Und wer ist eine echte? Tana Schanzara sowieso
Welches ist der schönste Ort im Ruhrgebiet für dich? Die alte Anglerbank am See, existiert leider nicht mehr.
Wo sollten Touristen hingehen, wenn sie einmal "echt Ruhrgebiet" erleben wollen? In den Zoo
Wo würdest du leben wollen, wenn nicht im Ruhrgebiet? In Australien