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Tom Tonk
Co-Autor des Romans • Die Stones sind wir selber
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| Wann bist du geboren? |
23. Januar 1965 |
| Und wo? |
Gelsenkirchen-Erle (im selben Raum, wo auch Rüdiger Abramczik geboren wurde!) |
| Wo lebst du heute? |
Duisburg. |
| Was machst du beruflich? |
Seit 1996 krankhaft selbstständig mit einer CD-Herstellungs-Agentur, einem angeschlossenen Grafik-Büro inklusive Druckvorlagenherstellung. |
| Und in deiner Freizeit? |
Ich mache seit 1979 Fanzines (fremde Musik und eigener Lifestyle), schreibe Kolumnen für das Ox und neuerdings auch Bücher. Darüber hinaus singe (!) ich bei Jimmy Keith & his Shocky Horrors und bin Gag-Schreiber für die Comedy-Punk-Band Eisenpimmel. |
| Wie seid ihr auf die Idee gekommen, den Roman "Die Stones sind wir selber" zu schreiben? |
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mehr. Da Zepp und ich aber damals (Anfang bis Mitte der 80er) viel Zeit miteinander verbracht haben, kam die Idee wohl irgendwann mal bei 2,8 Promille angeflattert. |
| Und wie lange habt ihr dafür gebraucht? |
2 x 2 Jahre (1983-1984 + 2001-2002) |
| Wie habt ihr zusammengearbeitet? Wann? Wie oft? Wo? |
Wir trafen uns mindestens einmal in der Woche in lauschigen Kellern, verrauchten Jungenzimmern oder im Nikolaus-Grill (von der einmonatigen Intensivschreibphase während unserer gemeinsamen Interrail-Tour im Juli 84 einmal abgesehen). Die Handlung legten wir meist beim Spazierengehen fest, geschrieben wurde dann meist am selben Abend nach dem "Ein-Wort-gibt-das-andere"-Prinzip. Bei der Überarbeitung fast zwanzig Jahre später verlegten wir diesen kreativen Prozess in wärmere Gefilde und nutzten die Vorteile stilvoll eingerichteter Esszimmer und Dachkammern. |
| Was bedeutet der Roman für dich? |
Eine Ode an die Freude. |
| Wenn du 30 Sekunden oder sechs Sätze Zeit hättest, jemanden zu überzeugen, "Die Stones sind wir selber" zu kaufen, was würdest du ihm sagen? |
Kommt auf die Plattensammlung meines Gegenübers an. Bei Menschen mit einem gewissen "Grundstock" brauche ich keine Überzeugungsarbeit mehr zu leisten - mit denen würde ich lieber ein Bierchen zischen. Allen anderen würde ich vielleicht sagen, dass sie in diesem Roman einen gewissen Lebensstil treffen werden. Man kann Theo und Willi auf ihrem Weg begleiten, kann teilhaben an vielen gesunden Situationen und sich dazu inspirieren lassen, im Jahre 2004 'ne 60er-Jahre-Band zu gründen. Man kann reflektieren. Man kann das eigene Leben überprüfen. Man kann den Musikgeschmack der Protagonisten beherzigen, um seine Stereoanlage sinnvoll einzusetzen. Man kann also, im Großen und Ganzen, eine ganze Menge lernen. |
| Welche Figur aus deinem Roman würdest du einem Leser besonders ans Herz legen? |
Wille, da er nichts von dem hat, was heutige Ideale haben müssen. |
| Welches ist für dich die schönste Szene? |
Oh, gute Frage, und auch nicht viel schwerer, als sich zwischen Stones, Who, Pretty Things und Kinks zu entscheiden. Ums kurz zu machen: Ich liebe die unbekümmerte Atmosphäre, ich verehre die sinnlichen Romanzen, ich schätze den derben Humor, ich fliege mit Theo und Willi zur Venus, aber ich will nicht ausschließen, dass ich da persönlich befangen bin. Eigentlich sind die schönsten Szenen die, in denen es um Musik und Mädchen geht. |
| Hat euer Roman eine "Message", etwas, das ihr den Menschen hier im Ruhrgebiet oder denen, die uns nur vom Hörensagen kennen, mitteilen wollt? |
Die "Message" ist doch eindeutig: Zieh mit deiner Sippe hierhin, kauf dir eine Zeitmaschine und beam dich in den nächstbesten Saalbau, aber flott! |
| Gibt es in eurem Roman autobiografische Bezüge? Habt ihr eigene Erfahrungen verarbeitet? |
Die meisten Episoden und Charakterzüge der Protagonisten haben durchaus dokumentarischen Wert, da sie wahr sind. Wenn uns jemand am Nachmittag auf der Straße ansprach, konnte er sicher sein, am Abend unter lautem Gegibbel feierlich in das Buch aufgenommen zu werden. Auch die Geschichten mit der Band haben wir, allerdings ohne es zu wissen, vorweggenommen. Vieles, was Zepp und ich ab 1988 mit Jimmy Keith & his Shocky Horrors später erlebten, kannten wir schon aus unserem eigenen Buch (was manchen Moment erträglicher gestaltete, als er eigentlich war). |
| Was macht deiner Meinung nach eine(n) echte(n) Ruhrgebietler(in) aus? |
Die Erkenntnis, dass es Wichtigeres gibt als Häusle zu bauen oder der Mode hinterherzuwackeln. |
| Und wer ist ein echter? |
Am Wochenende Fritz Eckenga, werktags Bernhard Dietz. |
| Und wer ist eine echte? |
Tana Schanzara, möglicherweise. |
| Welches ist der schönste Ort im Ruhrgebiet für dich? |
Die zehn Kilometer am Ufer der Ruhr von Kettwig bis Steele. |
| Wo sollten Touristen hingehen, wenn sie einmal "echt Ruhrgebiet" erleben wollen? |
Sie gehen zunächst in eine beliebige Pommesbude, danach zur Futterkrippe Nähe Staader Loch in Mülheim-Mintard und abschließend in die Videothek, um sich "Die Abfahrer" und "Jede Menge Kohle" von Adolf Winkelmann auszuleihen. |
| Wo würdest du leben wollen, wenn nicht im Ruhrgebiet? |
Im Sarg. |