Bücher vonne Ruhr · Verlag Henselowsky Boschmann · Dr. Antonia Cervinski-Querenburg · Daaf ich Sie noch ma wat lernen von Reiner Bonhorst
Kumpels in Kutten
Emschersagen
Rainer Bonhorst
Dr. Antonia Cervinski-Querenburg
Daaf ich Sie noch ma wat lernen

Ruhrdeutsch mit der bekannten Sprachforscherin - neue und bearbeitete Textet
mit Illustrationen von Klaus Pielert
120 Seiten, gebunden,
9,90 €
ISBN 3-922750-47-8

• Hörbuch von und mit Dr. Antonia

• Rainer Bonhorst in der Altstadt-Buchhandlung, Essen

• Interview mit Dr. Antonia

Jetzt neu:
Dr. Antonia erzählt dat Ruhrgebiet seine Geschichte
Dr. Antonia Cervinski-Querenburg, Sprachsoziologin mit dem Spezialgebiet Ruhrgebietssprache, Tochter des alten Cervinski, der der Kumpel von Kumpel Anton aus der WAZ ist, der wiederum Pate von Dr. Antonia ist, verheiratet mit Herrn Querenburg, genannt Queri.

Inhalt
Statt ein Vorwort - Dr. Antonia und ihr Lernstuhl

1. Dat Revier und seine Sprache
Dr. Antonia ... und die Unnis anne Ruhr ... und dat Eimfache ... und dat Urruhrdeutsch ... und dat Menschliche ... und die Ruhrstadt

2. Den Gebrauch von die Sprache
Dr. Antonia ... und dat aufe Hemd ... is am Ommen ... und die Kirschen ... und die Pommesbude ... und die Köttelbecke

3. Dat Revier und seine Grammatik
Dr. Antonia ... und die Emscher-Grammatik ... und der Wen-sein-Fall ... is am Fragen stellen ... und dat der die das

4. En bissken Lautlähre
Dr. Antonia ... und die Lautlähre ... und die Tee-Schwäche ... und den Revier-Duden ... is schwer am Staunen ... und dat Tse-Tse-Motiv

5. En bissken Wortlähre
Dr. Antonia ... und die Wortlähre ... und dat einsame Fürken ... sacht wat übern Pütt

6. Die Ruhr und seine Kultur
Dr. Antonia ... und dat Kulturrevier ... und der Revier-Räpp ... und die alte Dame ... und der Revier-Goethe ... is rum am schütteln ... und dat Abgestrackte ... und die Dockementa

7. Dat Internationale an unser Deutsch
Dr. Antonia ... und die weite Weltsprache ... und dat oddinäre Jau ... und dat Zamma-Lernen ... diesma ganz Englisch ... und die Aatischocken ... und die letzte Frage

Statt ein Nachwort
Dr. Antonia und ihre Omma anne Emscher
Dr. Antonia und die Pommesbude
Reporter: Frau Dr. Antonia Cervinski-Querenburg, was treibt Sie eigentlich immer an diese Würstchenbuden?
Dr. Antonia: Hunger. Aber nich alleine.
Reporter: Wen nehmen Sie denn mit?
Dr. Antonia: Et is nich alleine den Hunger, wat mich anne Bude treibt.
Reporter: Ach so. Sondern? Was noch?
Dr. Antonia: An sonne Pommesbude krich ich immer son schönet Sprachgefühl im Magen.
Reporter: Sprachgefühl? Im Magen?
Dr. Antonia: Jau, schon alleine dat Wörtken Pommes.
Wie dat klingt. So lecker satt. Pommfritz geht natürlich auch. Is aber schon wat vornehmer.
Reporter: Ja, sehr vornehm. Und reizt Sie sonst noch was an der Frittenbude?
Dr. Antonia: Jau, die Fritten auch. Und dann diese Beilagen.
Reporter: Welche Beilagen?
Dr. Antonia: Na, diese ganzen Beilagen. Und die ihre Dialoge, die lass ich mich auch immer aufe Zunge zergehen.
Reporter: Die Dialoge?
Dr. Antonia: Klar. Wenne zum Beispiel Pommes hols. Dann gibt dat ja nich nur die Pommes. Da gibt et dann immer auch dat Magonese- Gespräch.
Reporter: Magowas?
Dr. Antonia: Dat Majonäse-Gespräch. Kenn Se nich, Herr Reporter? Dat geht so: Ich sach: Zweima Pommes. Dann fracht die: Mit Majo? Dann sarrich: Eima mit und eima mit ohne.
Reporter: Mit ohne?
Dr. Antonia: Jau, wir im Revier geben den Ohne gerne noch son Mit mit. Weil dat Ohne ohne son Mit so alleine wär.
Reporter: Das klingt aber kompliziert.
Dr. Antonia: Isset aber nich.
Reporter: Was sagen Sie zum Beispiel, wenn Sie ohne Ihren Mann an Ihre Bude gehen?
Dr. Antonia: Muss ich denn mein Mann, den Queri, nach überall mitnehm?
Reporter: Ist ja nur ein Beispiel.
Dr. Antonia: Na, gut. Wat ich dann sach, wenn ich den nich mitnehm?
Reporter: Ja.
Dr. Antonia: Dann sarrich: Also, heute komm ich ma mit ohne mein Mann.
Reporter: Natürlich. Und nimmt Ihr Mann Majonäse?
Dr. Antonia: Den hab ich doch gaa nich bei. Ich bin doch mit ohne den anne Bude gekomm.
Reporter: Stimmt ja. Und wenn er nicht da ist, nimmt er auch keine Majonäse. Ich übrigens auch nicht. Ich will nur eine Currywurst.
Dr. Antonia: Schaaf oder mittel?
Reporter: Schwein. Schaf mag ich nicht.
Dr. Antonia: Ich lach mich kaputt über Sie Ihre Scherze, Herr Reporter. Ich hab Sie doch nur gefracht, ob Se Ihre Körriwurst schaaf oder mittelschaaf ham wolln.
Reporter: Und was wäre, wenn ich sie überhaupt nicht scharf mag?
Dr. Antonia: Geht nich. Körriwurst gibt et entweder echt schaaf oder mittel. Labberich hamwer nich.
Reporter: Und wenn ich meine Currywurst noch schärfer als scharf haben möchte?
Dr. Antonia: Dann sagen Se ganz eimfach: Frollein, könn Se bissken nachwüazn? Dann sagt dat Frollein vonne Pommesbude: Marrich doch glatt.
Reporter: Vielen Dank, Frau Dr. Antonia, für dieses mittelscharfe Interview. Was würde ich mit ohne Sie nur machen.