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Wernfried Stabo
Ey du fröhliche ...
Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet
64 Seiten, durchgehend vierfarbig, 9,90 €
ISBN 3-922750-87-1
Für jeden Dezember-Tag eine besondere Seite der Ruhrgebiets-Weihnacht - von der ersten Übersetzung der Weihnachtsgeschichte ins Ruhrdeutsche, Herbert Knebels Abenteuer mit dem Nickelaus, einem Bergmann im Himmel bis zu besonderen Regeln zum Schmücken eines Christbaumes. Da ist es eigentlich fast ein Wunder, dass Weihnachten selbst nicht im Ruhrgebiet erfunden wurde.
"Ey du fröhliche ..." Strafe muss sein! Der Nikkelaus vonne Ruhr hat sich dazu entschlossen, in diesem Jahr nicht alle Ruhrgebietsstädte zu besuchen, sondern nur die, die brav gewesen sind. Begleitet wird er wie immer von Karikaturist Michael Hüter, der für die Bürger der braven Städte Weihnachtswunschpostkarten zeichnen wird (und für die anderen nicht). Die braven Ruhrgebietsstädte, die der Nikkelaus und Michael Hüter besuchen werden, sind: Dortmund, Mülheim, Recklinghausen, Essen und Gelsenkirchen-Heßler.
Die Termine im Einzelnen:
4. Dezember, Sonntag, 14-15.30 Uhr, Weltbild, Westenhellweg 98, Dortmund
6. Dezember, Dienstag, 14-16 Uhr, Weltbild bei Karstadt, Rhein-Ruhr-Zentrum, Mülheim
7. Dezember, Mittwoch, 19-21 Uhr, 5Arts, Fersenbruch 20, Gelsenkirchen-Heßler
9. Dezember, Freitag, 15-17 Uhr, Thalia-Buchhandlung, Kunibertistraße 6-8, Recklinghausen
11. Dezember, Sonntag, 14-15.30 Uhr, Weltbild, Einkaufszentrum am Limbecker Platz, Essen
16. Dezember, Samstag, 16-17.30 Uhr, Thalia-Buchhandlung, Allee-Center, Essen-Altenessen |
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Inhalt
Christkindchöön (von Thomas Althoff)
Reisekostentagesabrechung für Engel
Kumpel Rupprecht
Die Weihnachtsgeschichte Teil 1: Auf dem Hofe
Kommando Nikolaus (von Michael Hüter)
Casting für ein Ruhrgebiets-Krippenspiel
Wunschzettel eines Familienvatters
Halleluja (von Otto Geiss und Helmut Spiegel)
Der Weihnachtsmann (Michael Klaus)
Die Weihnachtsgeschichte Teil 2: Vor der Kneipe
Dienstweihnachtsbaumverordnung für Ruhrgebietsschulen
Das schlechte Gewissen von (T. D. Reda)
Bescherung 1942 (Helmut Spiegel)
Des Bergmann Weihnachtsmonat
Der Tannenbaum von Nordstern (von Ilse Kibgis)
Die Weihnachtsgeschichte Teil 3: Auf dem freien Feld
Herbert Knebels Weihnachten (von Breuer/Domke/Lyko)
Ey, ey, du schöner Weihnachtsbaum (von H. G. Schmenk)
Der versteinerte Wald (von Daniel Twardowski)
Weihnachtliches Städte-Rätsel
Ein Bergmann im Himmel oder: Wurst wider Wurst
Was schenke ich meiner Süßen nur zu Weihnachten?
Warum es den Nikkelaus nicht geben kann
Ode an die Currywurst (Gert Immich)
Die kleine Trompete (Helmut Spiegel)
Vom Weihnachtsbaum im alten Gladbeck
Dr. Antonia und dat Christkind (von Rainer Bonhorst)
Ey du fröhliche …
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Kumpel Rupprecht nach Theodor Storm
D’rekt aufe Nachtschicht kam et über mich her;
Ich sachet euch, ey ich konnt nimmehr!
Siebte Sohle, an den Wetterschacht,
Da hab ich mich fast im Hemd gemacht;
Bin halb am knacken, hör sowat rollen,
Mich sofort klar: Da is einer im Stollen!
Dacht wär der Steiger, mich gehn die Muffen,
Da hör ich von Streb her einen rufen.
"Ey Rupprecht", tönt dat aussen Dunkel,
"Komm inne Gänge, ollen Kumpel,
Inne Weihnachtszeit, die gez anbricht,
Da brauch ich dich für ne Sonderschicht."
Ich denk: Der hat doch en Lattenschuss,
Und sach: "Samma, wat ich machen muss?" -
"Du sollz, und dat is nich für zum Lachen,
mit ne Rute fiese Blagen vermachen."
Ich sach: "Da muss ich domma fragen,
Wat mach ich denn mit nich fiese Blagen? -
"Nich fiese Blagen, die tuss gut behandeln,
Kriegen Äppel, Nüsskes und son paar Mandeln." -
"Is gebongt", sach ich, "mach volles Rohr mit."
Und seit diesen Tach is nix mehr mit Pütt.
Nur eima im Jahr auf Vertreter-Besuch,
klopp überall an mit diesen Spruch:
"Von da draußen von den Wald, da komm ich her;
Schotten auf, et weihnachtet sehr!
Kumpel Rupprecht tut euch gez wat fragen:
Habter fiese oder nich fiese Blagen?"
Casting für ein Ruhrgebiets-Krippenspiel
Weihnachten werden Wünsche wahr! Und Sie, ja, gerade Sie haben natürlich den Wunsch, ein Ruhrgebiets-Krippenspiel aufzuführen mit der absolut freien Auswahl bei Casting und Rollenbesetzung und nur mit der einen Einschränkung, dass alle Darsteller einen wie auch immer gearteten Bezug zum Ruhrgebiet haben müssen.
Leicht von Ihnen gecastet werden könnten Statisten, die eigentlich keine Rolle spielen, trotzdem aber gerne eine haben. Die tierische Seite mit Ochs, Schaf und Esel wäre mit den Oberbürgermeistern der Revierstädte ideal und zur Genüge besetzt. Das Symbol Bochums, der Kuhhirt, würde sehr treffend die menschliche Seite abdecken. Wirt und Wirtin der Kneipe in Bethlehem könnten eigentlich nur an Jürgen von Manger und Tana Schanzara gehen, die Rolle des energischen Erzengels in jedem Fall an Horst Schimanski, und die Heiligen Drei Könige müssten aufgrund Ihrer ganz persönlichen fußballerischen Vorlieben von Willi Lippens, Helmut Rahn, und Stan Libuda dargestellt werden.
Bei Maria fiele Ihre Wahl etwas überraschend auf die an der Ruhr geborene Henriette Davidis, deren »Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feine Küche« im vorletzten Jahrhundert für Furore sorgte. Und das Kind würde natürlich kein anderer als der jugendliche Heinz Rühmann spielen. Bleibt Josef: Rau, Beitz, Blüm? Alle ohne Bart! Thyssen, Krupp, Stinnes? Mit Bart, aber ohne Josefs-Profil! Und nun schöpfen Sie Ihre Weihnachtswunschmöglichkeiten bis zur vollen Neige aus: »Der Josef in meinem Ruhrgebiets-Krippenspiel ist ...« Hierauf erklären Sie lächelnd, dass Sie den Josef aufgrund seiner hohen Gagenforderungen aus dem Set geschmissen hätten, die ganze Geschichte aber problemlos auch ohne den laufen würde.
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