Wernfried Stabo
Ey du fröhliche XXL
Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet
ISBN 3-922750-87-1
52 Seiten, durchgehend vierfarbig, Großformat
9,90 €
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Für jeden Dezember-Tag eine besondere Seite der Ruhrgebiets-Weihnacht - von der ersten Übersetzung der Weihnachtsgeschichte ins Ruhrdeutsche, Herbert Knebels Abenteuer mit dem Nickelaus, einem Bergmann im Himmel bis zu besonderen Regeln zum Schmücken eines Christbaumes. Da ist es eigentlich fast ein Wunder, dass Weihnachten selbst nicht im Ruhrgebiet erfunden wurde.
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Inhalt
* Drunner und drübber im Dezember
* Herbert Knebels Weihnachten
* Des Bergmanns Weihnachtsmonat
* Weihnachtliches Städte-Rätsel
* Casting für ein Ruhrgebiets-Krippenspiel
* Warum es den Nickelaus nicht geben kann
* Vom Weihnachtsbaum im alten Gladbeck
* Die Weihnachtsgeschichte - 1. Auf dem Hofe
* Ein Bergmann im Himmel, oder: Wurst wider Wurst
* Dr. Antonia und dat Christkind
* Bescherung 1942
* Reisekostentagesabrechung für Engel
* Kumpel Rupprecht
* Die Weihnachtsgeschichte - 2. Vor der Kneipe
* DwBm-VO für Ruhrgebiets-Schulen
* Wunschzettel eines Familienvatters
* Regeln zum Schmücken eines Christbaumes
* Weihnachtsmarkt-Revier-Rekorde
* Die Legende vom Heiligen Filzokratius
* Weihnachtsbescherung des Christkindchen Vereins "Wohltun Essen", Dezember 1923
* Christkindchöön
* Die Weihnachtsgeschichte - 3. Auf dem freien Feld
* Ey du fröhliche ...
* Halleluja in drei Teilen
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Den Nikkelaus
Dateiname:
nikkelaus.jpg
Größe: 10 x 15 cm
Auflösung: 300 dpi
Dateiformat: jpg
Farbraum: rgb
Dateigröße 900 kb
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Kumpel Rupprecht nach Theodor Storm
D’rekt aufe Nachtschicht kam et über mich her;
Ich sachet euch, ey ich konnt nimmehr!
Siebte Sohle, an den Wetterschacht,
Da hab ich mich fast im Hemd gemacht;
Bin halb am knacken, hör sowat rollen,
Mich sofort klar: Da is einer im Stollen!
Dacht wär der Steiger, mich gehn die Muffen,
Da hör ich von Streb her einen rufen.
"Ey Rupprecht", tönt dat aussen Dunkel,
"Komm inne Gänge, ollen Kumpel,
Inne Weihnachtszeit, die gez anbricht,
Da brauch ich dich für ne Sonderschicht."
Ich denk: Der hat doch en Lattenschuss,
Und sach: "Samma, wat ich machen muss?" -
"Du sollz, und dat is nich für zum Lachen,
mit ne Rute fiese Blagen vermachen."
Ich sach: "Da muss ich domma fragen,
Wat mach ich denn mit nich fiese Blagen? -
"Nich fiese Blagen, die tuss gut behandeln,
Kriegen Äppel, Nüsskes und son paar Mandeln." -
"Is gebongt", sach ich, "mach volles Rohr mit."
Und seit diesen Tach is nix mehr mit Pütt.
Nur eima im Jahr auf Vertreter-Besuch,
klopp überall an mit diesen Spruch:
"Von da draußen von den Wald, da komm ich her;
Schotten auf, et weihnachtet sehr!
Kumpel Rupprecht tut euch gez wat fragen:
Habter fiese oder nich fiese Blagen?"
Casting für ein Ruhrgebiets-Krippenspiel
Weihnachten werden Wünsche wahr! Und Sie, ja, gerade Sie haben natürlich den Wunsch, ein Ruhrgebiets-Krippenspiel aufzuführen mit der absolut freien Auswahl bei Casting und Rollenbesetzung und nur mit der einen Einschränkung, dass alle Darsteller einen wie auch immer gearteten Bezug zum Ruhrgebiet haben müssen.
Leicht von Ihnen gecastet werden könnten Statisten, die eigentlich keine Rolle spielen, trotzdem aber gerne eine haben. Die tierische Seite mit Ochs, Schaf und Esel wäre mit den Oberbürgermeistern der Revierstädte ideal und zur Genüge besetzt. Das Symbol Bochums, der Kuhhirt, würde sehr treffend die menschliche Seite abdecken. Wirt und Wirtin der Kneipe in Bethlehem könnten eigentlich nur an Jürgen von Manger und Tana Schanzara gehen, die Rolle des energischen Erzengels in jedem Fall an Horst Schimanski, und die Heiligen Drei Könige müssten aufgrund Ihrer ganz persönlichen fußballerischen Vorlieben von Willi Lippens, Helmut Rahn, und Stan Libuda dargestellt werden.
Bei Maria fiele Ihre Wahl etwas überraschend auf die an der Ruhr geborene Henriette Davidis, deren »Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feine Küche« im vorletzten Jahrhundert für Furore sorgte. Und das Kind würde natürlich kein anderer als der jugendliche Heinz Rühmann spielen. Bleibt Josef: Rau, Beitz, Blüm? Alle ohne Bart! Thyssen, Krupp, Stinnes? Mit Bart, aber ohne Josefs-Profil! Und nun schöpfen Sie Ihre Weihnachtswunschmöglichkeiten bis zur vollen Neige aus: »Der Josef in meinem Ruhrgebiets-Krippenspiel ist ...« Hierauf erklären Sie lächelnd, dass Sie den Josef aufgrund seiner hohen Gagenforderungen aus dem Set geschmissen hätten, die ganze Geschichte aber problemlos auch ohne den laufen würde.
Wunschzettel eines Familienvatters
1
Heini kricht en Räppelken,
Pedder Schachtel Fluppen,
für Günnerken gibt Pulle Brisk,
da krichter keine Schuppen.
2
Trudi kricht en Hottemax,
Siggit son paar Knicker,
für Doddo gibt en Schmökerbuch,
wat se sich selb verklickert.
3
Oppa kricht en Hörgerät,
andern Oppa Schlappen,
für Omma gibt en neu Gebiss,
da tut dat Spachteln klappen.
4
Für Onkel Fritz ne Pulle Schnaps,
für Onkel Hebbert dito,
für Tante Olga gibbet nix,
die is seit jüngst finito.
5
Neffe Jupp kricht Ballerspiel,
Nichte Lies paar Rasseln,
Schwager Lutz wat Schickermoos,
kann er sich einen schnasseln.
6
Sittich Paul kricht Jod-S-Elf,
Hoppel Max Karotten,
für Kusselkopp, die Fledermaus,
da gibt ne Ladung Motten.
7
Son Fummel mit wat Pelzgedöns
kricht Eheweib, die Lilli,
und obendruff, kannze drauf an,
da leg ich noch en Brilli.
8
Nur für mich selb, nix hat gelegt
Christkindken aufe Seite.
Sonne Bagage aufen Hals
da biss zu Weihnacht pleite!
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